Selbstdokumentation KonsumentZUG

Für das Theaterprojekt KonsumentZUG von herrwig&heyne, Bremen, entscheide ich mich für 5 Wochen (18.01.16-21.02.16) auf Unterhaltungsvideos aller Länge und Art (inkl. Kino) zu verzichten. Einzige Ausnahme ist „Mary Poppins“, über die ich ein Referat (06.02.) halten werden.
Regelerweiterung (nächtlicher Beschluss am 30.01.16):
ich verzichte für den Rest der Projektzeit zusätzlich auf jeglichen weiteren FB Besuch pro Tag als 3. Mehr ist nicht nötig. Pro Besuch sind 15min für eventuelle Konversationen o.ä. absolut ausreichend. Scrollen ist viel zu überbewertet.

Abschluss/Rückblick/Ergebnis
das raster ist wieder deutlich sichtbar, vieles kann durchfallen weil unnötig.
nicht nur auf videos bezogen
ab und zu werden im internet die neusten serien gecheckt, wenn an diesem tag aber keine altgeliebte (inzwischen auch nicht mehr so wichtig erscheinende, weil alle folgen sind irgendwie gleich) serie eine neue folge hat, dann wird eben garnichts geschaut.
sogar die schönen, kurzweiligen videos meiner youtube lieblinge (waren auch immer nur 2) rufen nicht mal aus der ferne nach mir.
wenn ich mich doch bewusst für unnötigen videoinput entscheide kommt ganz schnell extreme, eindeutige langeweile oder ich entscheide mich beim schauen dafür, lieber doch einzuschlafen
wenn ich durch die stadt laufe, merke ich wie sehr läden wie h+m usw so absolut, noch mehr als vorher – wie als wären sie von einer blase von mir abgegrenzt, aus meinem blickfeld gerückt sind, da sie mit ihrem kompletten kontext aus herstellungsbedingungen, un-individualität, konsum-status-anzeiger…. einfach in keinster weise dem entsprechen, was ich für mich selbst sehe.
wie ich diese neu gefundene freie zeit und energie und kapazität wieder fülle mit neuen erlebnissen, handlungen, ritualen, selbstoptimierung, abenteuern, herausforderungen, leben, genuss, menschen, liebe
muss ich noch üben, aber ich spüre immer wieder impulse, die mich erinnern, welche möglichkeiten es noch gibt, das leben zu verbringen.

09./10.02.16
müde, erschöpft, ohne antrieb, trotzdem weiter weiter
akzeptanz ist gut, aufgeben gilt nicht
aus trotz über die welt ca 3 kinotrailer geschaut, ok
aber nicht lebensverändernd
danke. für dieses experiment.
der push, um die energie nicht einfach nur umzuwälzen
sondern zum leben zu nutzen
muss einfach noch geübt werden
auf in die letzte prüfung danach gemeinsam anderes machen
janosch fernseh abend
Herr Janosch, wie verbringt man einen tollen Abend vor dem Fernseher? »Man braucht vor allem jemanden, mit dem man zusammen Fernsehen schaut. Wenn man den genau Richtigen dazu hat, braucht man unter Umständen gar keinen Fernseher mehr.«

06./07./08.02.16
so viel zu tun, dass überhaupt kein bedürfniss aufkommen kann
die nacht durchgemacht, um das referat auf die beine zu stellen, nach 1-2 stunden mdeitativem schlaf auf in den WALD, ein letztes Mal die Hände blutig gemacht und im aufgeweichten Lichtungsboden gewühlt
direkt zur uni, nach einigem hin und her und warterei referat abgeliefert… interessant, dass mich viel mehr an dem thema interessierte als die anderen….😀
und wieder warten, ins theater zur preisübergabe des festivals, an eine andere gruppe
so schnell wie möglich nach hause und einfach nur ins bett gefallen
den sonntag genossen, durchgeatmet, gutes essen, das glücklich macht, genossen und doch schon die ersten texte für die nächste prüfung angelesen
und heute dann das loch…
kaum ist der druck geringer, schleicht sich die langeweile ein. kein impuls, was zu tun, lesen zur ablenkung statt vorbereiten, was produktives zu tun mit der zeit und über die woche hochgearbeitete energie. schade.
die power, die zuviel ist, die mich hibbbelig sein lässt, ist nicht aktiv nutzbar
so eine art mischung aus noch erschöpft und unterfordert
und den konsum wieder irgendwie anderweitig hochhalten. lebensmittel einkaufen, von rezepten im internet begeistern lassen, alle 2 min emails checken, ob nicht jemand geschrieben hat, in lieblingsbüchern versinken/verstecken
bä.
während der hochphase des stresses und zum nacht-durchhalten wurden zum einen bewusst und entspannt akzeptiert die fb zügel gelockert, einfach öfter aber immer noch kurz mal „kraft durch ablenkung“ geholt. da heißt es, sich davon wieder zu lösen.
in der nutzung von videos hat sich eindeutig ein sehr angenehmes auswahlverfahren für und gegen nötige/nützliche und … andere videos etabliert
und das gehirn drückt sich richtig körperlich aus in ablehnung gegenüber unnötigen video😀 was ich grandios finde und definitv weiterverfolgen und noch tiefergehend weiter etablieren möchte
und gleichzeitig freue ich mich auch sehr darauf, am 14. mit meinem liebsten einen kinobesuch zu zelebrieren.

05.02.16
immer mehr Bewusstsamkeiten, was meinem Körper noch so gutes tut, machen sich bemerkbar.
nicht: nach hause kommen, essen und erstmal im tiefschlaf versinken und hinterher weiter essen (müssen), weil der blutzucker im keller ist…
sondern: nach hause kommen, erschöpfunge spüren, zulassen, schlafen, zugestehen und genießen, danach essen und weiter durch den Tag düsen.
die Zeit zum „berieseln zur Entspannung“ war diese Woche bisher auch noch nicht so vorhanden, auch wenn das Hirn nach einer Woche unterrichten und Klausur sich nach „Belohnung“ gesehnt hat und diese altbekannterweise in Berieselung liegt. aber einfach ein paar schöne Seiten gelesen.

04.02.16
mein konsumfreier Raum.er war da. ich hab ihn gespürt.
heute früh zwischen 04:23 und 05:32 irgendwann.
fertig mit schlafen, energetisiert von den letzten Tagen, in ausgeglichener vorspannung auf die erste UniKlausur
draußen stille, in der wohnung stille, um mich herum stille
ich liege und atme
meine gedanken laufen, dahin wo sie wollen, in eigener geschwindigkeit
ich beobachte sie dabei
zwischendurch ordne ich sie ein bisschen, dann schnell aufschreiben, damit sie nicht verloren gehen
und um freiraum für andere gedanken zu schaffen
ich mit mir
einfach nur sein
spüren
(vor drei wochen hätte ich aus trotz darüber „wenn es noch dunkel ist, brauche ich noch nicht wach sein“ einfach die decke wieder über den kopf gezogen und mich in den – nicht nötigen wenn ausgeschlafen – schlaf verzogen, was verknätschtheit und/aus überschlafenheit ergeben hätte, oder eine serie angemacht um die Zeit zu „vertreiben“)

03.02.2016
beobachtung: auch wenn der „ungesunde“ Konsum vermieden und verabschiedet wird, wird der Konsum an sich nicht weniger, nur umgewälzt.
auf mehr lesen, mehr essen (um des essens und der zeitnutzung willens), mehr „gute“ bio-lebensmittel eingekaufen, mehr eingekaufen, mehr zeitvertreib in gesprächen…
ja auch schöne momente sind da mit dabei, aber
KANN der normale „mensch 2016“ NICHT konsument sein?
einfach komplett ohne kosum sein?

01./02.02.2016
wieviel bringt das, was ich hier gerade mache, eigentlich etwas?
der „entZUG“ ist vorhanden und fühlt sich an sich gut an
ja, es ist angenehm, nicht mehr dieses dringende Bedürfnis nach Videos etc zu haben. Auch die FB tut gut, weil der Druck „Ich könnte ja was verpassen“ einfach nichts mehr zu sagen hat. Es ist schön, das Gehirn wieder für andere, „gesündere“ und „synapsenanregende“ Medien wie Bücher oder Frischluft frei zu haben.
aber der Konsum an sich
ist nicht verschwunden
oder sehe ich „input“ einfach zu eng?
ich bin auf jeden Fall von mir selbst enttäuscht, dass ich die neuen Freiräume nicht genügend zu Prüfungsvorbereitung nutze und genutzt habe
und mich stattdessen in alte Lieblingsbücher versinke (was auch schön ist, aber nicht der richtige Zeitpunkt bzw dann auch schon wieder zu exzessiv)
und mich dadurch „ablenke“ und mich weiter vor der Angst vor dem Lernpensum und der Prüfung verkrieche.
wann kann der Konsument aufhören Konsument zu sein?
und durch diese Zeilen wird mir kein Puffer/mehr Vorbereitungszeit/Absolution überreicht.

31.01.16
Morgenritual genossen, mit langem Blick in ein langgeliebtes Buch.
wohl zu lange… die kommenden zwei Wochen machen mich jetzt schon kirre.
eine Regel zu FB zu haben tut gut.
morgen früh ist soweit vorbereitet, dass ich relativ schnell fertig zum losgehen bin… um 6:29 in die Straßenbahn steigen, um 1h später zum Workshop anzukommen.
gute Nacht.

30.01.16
Morgenritual… ohne Wecker aufwachen, Fenster auf, Wasserkocher, Klo, Zitrone, Sonnengrüße, Zeitung von gestern und 1l trinken, Müsli
Konzeptbesprechung, immer noch den Ohrwurm vom Musikschneiden
absoluter ÜberInput, erstmal raus aus der Wohnung, frische Luft, Handy aus, weg von der ständigen Erreichbarkeit. Spaziergang
Hirn mit kochen und neuem Fokus begeistern… Lasagna mit dicker Schicht Bechamelsoße………….
Zeitung von heute.
und dann will der Körper plötzlich alle nicht vollzogenen Schlafstunden der letzten Nacht nachholen.
zwischen all dem immer wieder FB berieselungsbedarf… mmmhpf:/
und dass trotz dem bewussten Ausschalten des Handys der Griff danach doch sehr automatisch und das Nachspüren „vibriert es grade?“ mich ab und zu überkommt, zeigt einfach nur, dass diese Dinge viel zu viel Präsenz und Aufmerksamkeit bekommen und verlangen.
heute war eine Paketabholinfo im Briefkasten… ich hoffe, es ist der Drachenreiter.
Regelerweiterung (nächtlicher Beschluss):
ich verzichte für den Rest der Projektzeit zusätzlich auf jeglichen weiteren FB Besuch pro Tag als 3. Mehr ist nicht nötig. Pro Besuch sind 15min für eventuelle Konversationen o.ä. absolut ausreichend. Scrollen ist viel zu überbewertet.

29.01.16
Morgenritual… Bett, Wasserkocher, Klo, Zitrone, Sonnengrüße, Zeitung und 1l trinken, beim Müsli Konzept 1 überarbeitet und 2. angefangen
leider kein Trainingsangebot, Uni mit den Südasiengirls…erstmal Mittagessen😀
und dann doch im Cafe gelandet. (⇒ tolle Gesellschaft, aber nicht auf die Prüfung vorbereitet:/ )
zuhause überlegt, ob ich ein Berieselungsbedürfnis habe… aber ehrlich gesagt, kam mir die Vorstellung, mich jetzt einfach nur vor den Laptop zu setzen und mich passiv auf nicht konstruktiven Input einzulassen sehr unnötig, herbeigeführt und definitiuv nicht nötig vor :)ich habe trotzdem genossen, den letzten Gossip durchzulesen (was vllt eine neue Art der Berieselung ist, die ich an sich auch eher sehr unnötig finde)
aber es ist schön zu entdecken, dass das Hirn wieder zwischen nötig und unnötig unterscheiden kann.
dann noch 4h lang Musik geschnitten…

28.01.16
Morgenritual…aus dem Bett, Wasserkocher an, Klo, 1l heiße Zitrone mit Ingwer aufsetzen, Sonnegrüße, danach Zeitung von gestern (kommt immer erst mit der Post, da hab ich dann erst am nächsten morgen für ´nen Kopf), den Liter leer getrunken
emails beim Müsli beantwortet, Konzepte bearbeitet
Uni, letzte Vorlesung vor der Klausur
nötige Kopien, wunderbare Gesellschaft
Vernissage mit Stücken einer Freundin
zuhause schnell AvocadoSushi gebastelt, noch ein Blick ins Internet…..da kommt das Gefühl auf…zum runterkommen, abschalten, Tag abschließen wäre mit der Sushikombination doch jetzt eine schöne Folge angenehm.
aber mir ist nicht mal eine konkrete eingefallen.
deshalb noch 5 Seiten Schehrezâd besucht.
…als ob videoberieselung zur abendgestaltung dazugehört wie ein softdrink beim restaurantbesuch…

27.01.16
nicht am laptop sein verringert auf jeden fall bedürfnisse.
aber da ich ja auch am laptop arbeite (Musik schneiden, Vorlesungen nacharbeiten, Referat vorbereiten usw) muss dieser Zusammenhang noch aufgelöst werden.
in vorbereitung auf das Mary Poppins Referat kam mir eine Dokumentation über die Schriftstellerin bei youtube sehr gelegen. ja …ein bisschen zurechtgerückt, aus den regeln in mein bedürfnis.
Berieselung, aber konstruktiv.
und außerhalb dieses kontextes konnte ich ohne schwierigkeiten verzichten.
Vorsatz für morgen:
erst in den Tag starten, dann den laptop.

26.01.16
heute früh leider direkt wieder ran an den laptop, aber nur kurz FB und mails gecheckt.
und dann den ganzen tag nur in büchern und leselust verbracht.
ein halbes, ein ganzes und noch ein halbes hab ich in aller ruhe und mit viel freude verschlungen. ich glaube der letzte leseflash dieser art war vor langer langer zeit mit einem Harry Potter Band, den ich bis frühs um 5 nicht aus der hand legen konnte.
am spannendsten war, in „Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden“ all die daten aus dem letzten semester „klutur und geschichte südasiens“ wiederzufinden
schön wars.

25.01.16
kurz nach dem frühstück ungeplant den dann doch funktionierenden film mary poppins zu schauen hat mich sehr unruhig gemacht, als ob ich mich selbst veräppeln würde..
konstruktiv habe ich auch nicht wirklich viel für das referat mitbekommen.
ich war auch offiziell bereit, mein experiment bewusst zu unterbrechen, da es aber keine neue folge einer serie gab, die mich wirklich interessiert oder begeistert, habe ich nicht unterbrochen.
die videos bei FB werden immer normaler/ich muss mich konkret daran erinnern, dass ich sie nicht aus dem raster fallen lassen darf.
aber die unterscheidung zwischen früher: alles zu schauen, hauptsache berieselung
zu heute: wenn es nichts gibt, dass mich wirklich interessiert, dann brauch ich es nicht.
ist wunderbar.
jetzt noch lesen.🙂

24.01.16
morgenritual etablieren?!
eien große Kanne mit lecker heißem Tee, dazu die Zeitung ausgebreitet.
schlussendlich Mary Poppins geschaut, auch obwohl ich überhaupt keine Lust darauf hatte (!), aber erfolgreich dabei eingeschlafen
nach dem Schläfchen funktionerte der Film leider nicht mehr (internet…), aber dieses Fenster der medialen „freiheit“ habe ich genutzt, um diverse, für den Workshop nützliche Videos zu checken und zu speichern, etwas abgedriftet aber nach einigen Videos, als ich das Gefühl habe, alles was ich brauche gesehen zu haben, ohne Probleme die Videoseite geschlossen
und das hat sich sehr schön normal angefühlt.
insgesamt ein interessanter selbstbeobachtungstag.

23.01.16
heute früh um 4:34 aus dem Fenster ohne Kontaktlinsen die verschwommene Welt in Orange glühen zu sehen war ein freudiger Genuss.
heute hätte ich wirklich gerne einfach nur den ganzen Tag im Bett gelegen und Folge nach Folge geschaut
aber der Laptop war schön weit weg vom Bett, das Zimmer angenehm (nicht) kühl, also weg vom Schleppi und lieber die Zeit zum lernen nutzen
*ich merke immernoch das Bedürfnis, mich „im Internet“ aufzuhalten, weil ja vielleicht etwas passiert, aber gleichzeitig nervt es mich manchmal, dass man bei FB wirklich in jedem zweiten Post mit von alleine startenden Videos bombadiert wird
und ich merke, dass sich diese Minivideos aus meinem Entzugsraster schleichen, meint, ich muss mich doch ab und zu erinnern, dass ich nicht „einmal ist keinmal“ oder „ohne ton hörts doch keiner“ spiele*
nachdem die Erkenntnis klar war, dass ich eigentlich keine Lust auf lernen o.ä. ähnliches habe, fragte das Lösungshirn: Auf WAS hast du denn Lust? Mach doch das. Tu dir was Gutes (außer Serien!!)
nach einigem in mich spüren (auch interessant, sich bewusst allen anderen Genussmöglichkeiten wieder zu öffnen und zuzuwenden, um Neues zu erleben, sich für etwas anderes zu entscheiden… was gibts denn überhaupt alles…)
war der Griff nach einem naheliegenden Buch (1001 Nacht oder Liebe in Zeiten der Cholera lachten mich am meisten an)
doch sehr genehm
da sagt doch der Verstand: nutz die Zeit zum Lernen.Und so habe ich dann meinen Nachmittag verbracht. Ohne Stress, einfach Aufgabe nach Aufgabe.
danach noch zwei Waschgänge im Waschsalon.
immer mal wieder von kleinen Impulsen besucht: jetzt hast du aber schon viel geschafft, als Belohnung und Entspannung hättest du dir eine Folge verdient.
aber jetzt gerade merke ich sogar Freiheit von der Lust auf Bilderfolgeninput
und ein kleines Stimmchen hat sogar die Überlegung angestellt, ob bei all dem Bedürfnis nach Berieselung der Genuss überhaupt noch so erfüllend anfühlen würde wie in der Erinnerung und Erwartung…?!
ich bin sehr gespannt, wie es mir morgen geht, wenn der Entzug bewusst durch die Referatsvorbereitung mit Mary Poppins gebrochen wird.
und für den Workshop muss ich eigentlich alte Choreographievideos zur Wiederauffrischung anschauen…
aber jetzt zum schlafen gehen erstnoch 2 Nächte mit Schehrezâd lesen

22.01.16
Gesellschaft tut gut
Zeitung auf Papier tut gut1001 Nacht lesen tut gut, und ähnlich einsaugend wie am Computer sein… ist ja auch eine Serie🙂
–> anderes Medium tut gut

21.01.16
an einem Tag mit interessanten zu besprechenden Themen (Vorbereitung auf die Prüfung) und mehr interessanten Themen (Vorlesung über indischen Film, noch besser verständlich mit all der neu gelernten Geschichte über Indien) braucht es kein Bedürfnis nach zeitfüllender Berieselung!🙂
nur die Blasenentzündung treibt mich früher als geplant zurück nach Hause und da ruft leise die Gewohnheit: um mich zu entspannen und das Ende eben dieser „Lebenshemmung“ auszuharren, müsste doch ne Berieselung im Bett mit Wärmflasche her…
ABER mit schön viel Wasser wird die Zeitung, die jetzt auch per Post kommt (-> kein Grund mehr für den Laptop und auch schön habtisch), gelesen
und mit der frischen Inspiration durch die Vorlesung und konkrete Handlung: LieblingsBollywoodCD eingeschmissen, da fließen die Gedanken der WorkshopVorbereitung konkret in die richtige Richtung.

20.01.16
frühs leichter unangenehmer Kopfschmerz, kann sonstwo seine Quelle haben, macht mich aber knätschig.
ich würde gerne die Zeit stillstehen lassen und dann das Lernpensum anpacken
es erscheint mir soviel, ich weiß nicht wo ich anfangen soll, gefühlt nur noch 1,5 Wochen bis zu den Prüfungen
und einen Workshop mit 4×1,5h und 5min abschlussshow vorbereiten
die zeit erscheint mir nicht als nutzbar, umsetzbar –
abends was soll das eigentlich, dass mich das so fertig macht?!! so viel fluchtschlafen, bis auch der letzte Termin verschlafen war.
„Entzug“ ?
das bedürfnis, Serien zu schauen, war ziemlich groß, aber nichts eingeschaltet.
irgendwann hatte ich ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich  Downton Abbey geschaut habe, bis mir bewusst wurde, dass ich davon geträumt habe.
konkret gelernt habe ich nichts, auch viel Zeit am Laptop verbracht.
also alles in allem hoffentlich der Tiefste Punkt vor der entspannten ab-lösung.
Nachtrag ab 20Uhr dann sogar doch noch in Vorbereitung in meine Aufschriebe geschaut

19.01.16
ich kann die zeit noch nicht ganz greifen als nutzbare zeit
der drang, viel zeit am laptop zu verbringen, als ob dort noch was passiert außer die neuste email und der neuste post, die sich aber beide die letzten 10 min nicht geändert haben, ist noch da
aber die entscheidung, in der mittagspause die augen zu schließen, statt mich an Bildern festzuhalten, fällt ganz leicht
davor Zeitung zu lesen, war ein Genuss
aber weil es Zeitung lesen war, oder weil es am Laptop war?
abends der Besuch eines Vortrags im Rahmen meines Studiums
ich habe davor nicht bewusst erkannt, dass ein Teil des Vortrags ein Film über die Hauptperson war
aber was für ein Film! grandioser Filmemacher! eine Performance in itself
und es hat sich nicht nach der bekannten Berieselung angefühlt, oder nach „filmerlebnis“ (kein popcorn, keine knautschsessel, leichte beleuchtung des zuschauerraums), eher nach information
und der erste Schritt in der Ablaufänderung muss wiederholt und etabliert werden.

18.01.16
Musikberieselung ist schön, der Impuls nachzusehen, was auf dem Bildschirm passiert (obwohl nichts passiert) ist trotzdem da
die Erkenntnis, auch alle sportlichen Anleitungsvideos auf Youtube fallen weg, bringt mir morgen ein Pilatesbuch einer Freundin zum kopieren ein
der Impuls, so schnell wie möglich nach der Uni nach Hause zu fahren, um den Rest des Tages vor dem Laptop zu verbringen, ist netterweise weggefallen.
die Momente, in denen ich nicht wusste, was ich mit mir und der Zeit und der Welt anfangen soll, waren auf jeden Fall vorhanden
der Wunsch an mich selbst ist erwacht, nach dem KonsumentZUG die Panik fernzuhalten, in welcher ich alle „verpassten“ Videos, Filme, Folgen… am Stück hintereinander schaue, um wieder „auf dem neusten Stand“ zu sein!
es ist gar nicht so einfach, sich unbehelligt von Videos, die einfach von alleine starten, auf Facebook herumzutreiben. Lösung: entweder schnell dran vorbeiscrollen oder gar nicht erst die Startseite entlang scrollen.
erste Ablaufänderung: Laptop aus dem Bett auf den weit entfernten Schreibtisch stellen, da wo er hin gehört.

Ausgangssituation
Hoffnungen nicht mehr das (fiktive) Leben anderer Beobachten, selbst leben
Zeit anders nutzen: lesen, lernen, Sport, kreativ sein, mit mir sein, in Stille sein
denn: auch wenn ich mit U-Videos der Welt entfliehen will, bleibt sie nicht stehen und hinterher stehen die gleichen Aufgaben an, mit weniger Zeit sie zu tun
Erwartungen so wie ich mich kenne, werde ich mich wohl erstmal von anderen Medien berieseln lassen um nicht alleine mit mir zu sein oder um mich von meinen eigentlichen Aufgaben abzulenken, z.B. Spotify oder Zeitung lesen
im Großteil der Zeit (bis 11.02.)könnte mir die zusätzliche Zeit zu Gute kommen, da ich auf meine ErstSemesterPrüfungen hinarbeiten muss.
die Zeit danach, ohne Vorlesungen, ohne konkretes Studiumbezogenes Lernziel, wird zu füllen sein mit Selbstkonfrontation und Umwandlung aller Energie in SelbstTun, eröffnet sich aber auch als Raum für kreatives Arbeiten für weitere Projekte z.B. DADA
altbekannter Tagesablauf aufwachen, On-Taste drücken, Bad Küche mit Frühstück zurück ins Zimmer/Bett, beim Frühstücken FB durchscrollen, neuste Videos der Lieblingssocialpersonen genießen oder direkt … „nur …eine!!.. kurze!“ Folge einer beliebigen Serie, manchmal sogar ohne konkretes Interesse
…solange ich noch am frühstücken bin!Oha, eine neue Folge einer Serie, die mich sogar ein bisschen mehr interessiert als die erste, und an sich.. hab ich noch genug Zeit diese ca 50min dauernde Folge zu sehen bis ich los muss! (diese Zeit war gestern noch geplant, für Univorbereitung oder Haushalt o.ä. zu nutzen)
und ich kann ja immer auf Pause drücken! !!
denkste
wenn ich dann unterwegs war, gibt es zum zuhause ankommen/kochen/mittagessen/mittagpäuschen natürlich auch immer die Möglichkeit, zur Entspannung, nur zum Nebenherlaufen, zur Ablenkung von der Welt da draußen eine kleine Folge (von irgendwas) anzumachen. und wie war nochmal eine Folge aus der Mitte der letzten Staffel?
so vergeht der Tag

Dieser Beitrag wurde unter Forschung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s